Kommunikation ist kein Problem, das man löst, sondern eine Beziehung, die man gestaltet.

Geld & Schulden

Inkasso ruft an oder schreibt: was du sagen kannst — und was nicht

Eine unbekannte Nummer, eine freundliche Stimme, eine Forderung — und die Bitte, das „heute noch“ zu klären. Du musst am Telefon nichts entscheiden. Drei Sätze reichen.

Diese Seite trainiert das Gespräch. Sie ist keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung; ob eine Forderung stimmt und was du zahlen solltest, prüft eine Schuldnerberatung. Vorschau: noch nicht von Schuldnerberater:innen durchgesehen.

Ob ein Brief von coeo, EOS, Riverty oder einer anderen Inkassofirma kommt oder ein Anruf: Das Gegenüber arbeitet nach einem Leitfaden und will heute eine Zahlung oder eine feste Zusage. Das ist sein Job. Deiner ist ein anderer: erst verstehen, woher die Forderung kommt, dann entscheiden — mit Unterlagen, nicht unter Druck.

Ein Inkassounternehmen muss die Forderung erklären: für wen es kommt, worauf die Forderung beruht, wie die Zinsen berechnet sind und welche Kosten es verlangt (§ 13a Rechtsdienstleistungsgesetz). Danach zu fragen ist also kein Trick, sondern der normale Weg.

Was du sagen kannst

  • „Ich nehme Ihren Anruf zur Kenntnis. Ich sage am Telefon nichts zu.“
  • „Schicken Sie mir die Forderung bitte schriftlich: wer der ursprüngliche Gläubiger ist, wofür, seit wann und wie sich der Betrag zusammensetzt.“
  • „Notieren Sie bitte, dass ich die Forderung prüfe und um eine Aufstellung gebeten habe.“
  • „Wenn ich die Unterlagen habe, melde ich mich schriftlich bei Ihnen.“
  • Und wenn du nichts mehr sagen willst: „Danke, ich beende das Gespräch jetzt.“ Auflegen ist erlaubt.

Was du besser nicht sagst

  • „Ja, das stimmt schon irgendwie.“ — klingt harmlos, aber damit gibst du etwas zu, das du noch nicht geprüft hast.
  • Eine Rate, die du nicht sicher halten kannst. Lieber keine Zusage als eine, die im nächsten Monat platzt.
  • Bankverbindung, neuer Arbeitgeber, neue Adresse von Angehörigen: Das gehört nicht in ein Telefonat mit einer Nummer, die du nicht kennst.
  • Rechtfertigungen und Entschuldigungen. Du musst nicht erklären, warum etwas offen ist — schon gar nicht am Telefon.

Schriftlich

Alles, was zählt, läuft schriftlich: die Aufstellung, eine Ratenvereinbarung, eine Zusage. Schreib nach jedem Anruf kurz auf, wann, wer, was gesagt wurde. Ungeöffnete Briefe aufmachen gehört dazu — wenn dir das schwerfällt, mach sie mit jemandem zusammen auf, auch in der Schuldnerberatung.

Zahl keine Forderung, die du nicht geprüft hast. Ob eine Forderung stimmt und was du davon zahlen solltest, prüft die Schuldnerberatung — kostenlos.

Wenn das Gegenüber sagt …

Gegenüber Können Sie heute eine erste Zahlung leisten?
Du Bevor ich etwas zahle, brauche ich die Forderung schriftlich: wer der ursprüngliche Gläubiger ist, wofür, seit wann und wie sich der Betrag zusammensetzt.
Gegenüber Wenn Sie nicht zahlen, steigen die Kosten weiter.
Du Das habe ich verstanden. Gerade deshalb will ich die Aufstellung schnell — schicken Sie sie mir bitte heute noch zu.
Gegenüber Das können wir doch gleich am Telefon klären.
Du Ich kläre so etwas nur schriftlich. Notieren Sie bitte, dass ich die Forderung prüfe.
Gegenüber Dann geben wir das ins gerichtliche Mahnverfahren.
Du Das ist Ihr Recht. Meins ist, die Forderung vorher belegt zu bekommen. Ich bitte Sie noch einmal um die Aufstellung.

Kostenlose Hilfe

Die Schuldnerberatung prüft mit dir, ob die Forderung stimmt, welche Kosten berechtigt sind und was als Nächstes zu tun ist — kostenlos und vertraulich. Eine Stelle findest du über meine-schulden.de. Wie das erste Gespräch dort läuft: Schuldnerberatung: das erste Gespräch.

Das Gespräch üben

Die Edition beginnt im Übungsraum mit genau diesem Anruf: Dienstag, 10:15 Uhr, eine unbekannte Nummer, eine freundliche, hartnäckige Sachbearbeiterin, die heute eine Zusage will. Für deine eigene Lage: unter „Anders anfangen“ das Gegenüber „Inkasso / Gläubiger am Telefon“ und die Lage „Forderung prüfen / Nachweis“ wählen.