Für Eltern und Lehrkräfte
Ein Merkblatt zum Konflikt-Simulator: was die Seite für Schüler:innen leistet, was nicht, wie du sie einem jungen Menschen zeigst — und wohin er sich wenden kann, wenn es ihm nicht gut geht.
Was die Seite tut
- Sie hilft, ein schwieriges Gespräch vorzubereiten — mit einer Mitschülerin, einem Lehrer, den Eltern.
- Sie fragt nach, wo ein Satz vorhersehbar in den Streit führt, und zeigt Beispiele als Maßstab.
- Sie bereitet eine ruhige Antwort vor, falls der andere blockt, und eine Gesprächskarte zum Mitnehmen.
- Sie zeigt bei Drohungen, Gewalt oder Sätzen, die auf eine Krise deuten, Hilfenummern statt Formulierungstipps.
Was sie nicht tut
- Sie ist keine Beratung, keine Therapie und keine Streitschlichtung.
- Sie speichert nichts — kein Konto, keine Cookies, keine Texte auf dem Server. Deshalb kann auch niemand nachlesen, was ein Kind geschrieben hat.
- Sie arbeitet ohne KI. Jede Rückfrage kommt aus einer festen Regel, die man nachlesen kann.
- Sie führt das Gespräch nicht. Das macht der junge Mensch — am besten mit jemandem im Rücken.
So stellst du sie vor
- Frag zuerst, worum es geht und mit wem — nicht, wer schuld ist.
- Öffne gemeinsam die Seite für Schüler:innen und lass das Kind selbst tippen. Du hilfst beim Lesen der Rückfragen, nicht beim Formulieren.
- Sprecht über die Gesprächskarte am Ende. Wer sagt den ersten Satz, wann, wo — und was, wenn der andere blockt?
- Bietet an, danach zu erzählen, wie es lief. Das Gespräch ist der Punkt, nicht die Karte.
Wenn es dem Kind nicht gut geht
Bei Mobbing, Drohungen, Gewalt oder wenn ein Kind nicht mehr weiterweiß, ist ein vorbereitetes Gespräch nicht das richtige Mittel. Diese Stellen helfen kostenlos und anonym — dieselben, die die Seite selbst nennt:
- Kinder und Jugendliche: Nummer gegen Kummer 116 111
- Deutschland: Telefonseelsorge 0800 111 0 111 · 0800 111 0 222 · 116 123 (auch Chat: online.telefonseelsorge.de)
- Österreich: 142 · Schweiz: 143
- Akute Gefahr: 112
- Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 116 016 (auch für Angehörige, in vielen Sprachen)
- Hilfetelefon Gewalt an Männern: 0800 1239900
- Akute Gefahr: Polizei 110 · Notruf 112
In der Schule sind Vertrauenslehrkraft, Schulsozialarbeit und Schulpsychologie die ersten Anlaufstellen.
Der Übungs-Bot ist nichts für Minderjährige
Neben der Website gibt es einen Übungs-Bot auf Telegram, der mit einem Sprachmodell antwortet. Telegram verlangt in der EU ein Mindestalter von 18 Jahren. Die Seite für Schüler:innen verweist deshalb nicht auf ihn, und wir empfehlen ihn für Minderjährige nicht.
Dasselbe gilt vorerst für den Übungsraum im Browser (/ueben): Dort antwortet ebenfalls ein KI-Gegenüber, deshalb ist er bis auf Weiteres ab 18. Eine Fassung für unter 18 braucht vorher eine rechtliche Prüfung.
Elf Erklärkarten zu den Gesprächsmodellen gibt es zum Herunterladen und Drucken — die Nutzung im Unterricht ist ausdrücklich erwünscht: Zu den Karten
Häufige Fragen
- Ab welchem Alter ist die Seite geeignet?
- Etwa ab zwölf Jahren, wenn ein Kind eigene Sätze über eine Situation schreiben kann. Jüngere Kinder brauchen jemanden, der die Rückfragen mit ihnen liest.
- Sieht die Schule oder sehen die Eltern, was eingegeben wurde?
- Nein. Es gibt keinen Server, der Texte aufbewahrt, und nichts bleibt im Browser zurück. Wer die Karte behalten will, druckt sie oder kopiert sie als Text.
- Darf ich die Seite im Unterricht einsetzen?
- Ja, kostenlos und ohne Anmeldung. Sie eignet sich für Klassenrat, Ethik, Deutsch und die Ausbildung von Streitschlichtern. Die Methode steht offen beschrieben auf der Seite „Methode“.