Elf Karten
Je eine Idee pro Karte, höchstens sechzig Wörter, eine Zeichnung. Zum Herunterladen, zum Drucken, zum Weitergeben.
Die Karten stehen unter der Lizenz CC BY 4.0: drucken, zeigen, verteilen, bearbeiten — mit dem Hinweis „konflikt-simulator.de“. Nutzung im Unterricht ausdrücklich erwünscht. CC BY 4.0 · Impressum
Vier Ohren
Jeder Satz lässt sich vierfach hören: als Sache, als etwas über die Person, die spricht, als etwas über eure Beziehung und als Bitte. „Der Müll ist voll“ kann heißen: Er ist voll · Ich bin genervt · Du hilfst nie · Bring ihn raus.
Bevor du antwortest, frag dich: Mit welchem Ohr höre ich gerade?
Modell: nach Friedemann Schulz von Thun
Karte: Konflikt-Simulator (Günter Weber), eigene Zeichnung und eigener Text
Sache und Beziehung
Jede Nachricht hat ein „Was“ und ein „Wie gehen wir miteinander um“. Der Streit ums Geschirr ist oft ein Streit um Wertschätzung.
Sag beides: „Es geht ums Geschirr – und darum, ob ich dir wichtig bin.“
Modell: nach Paul Watzlawick
Karte: Konflikt-Simulator (Günter Weber), eigene Zeichnung und eigener Text
Wer hat angefangen?
Jeder von euch glaubt, nur zu reagieren. „Ich dränge, weil du dich zurückziehst.“ „Ich ziehe mich zurück, weil du drängst.“ Der Kreis hat keinen Anfang.
Statt zu suchen, wer angefangen hat: Sag, was du in der nächsten Runde anders machst.
Modell: nach Paul Watzlawick und Friedemann Schulz von Thun
Karte: Konflikt-Simulator (Günter Weber), eigene Zeichnung und eigener Text
Wie heiß ist es schon?
Grün: Ihr seid uneins, aber beide können noch gut rauskommen – sprecht direkt.
Gelb: Andere werden hineingezogen, jemand hat das Gesicht verloren – redet, aber holt eine neutrale dritte Person dazu.
Rot: Drohungen oder Versuche zu verletzen – nicht allein konfrontieren. Hol dir Hilfe.
Modell: nach den neun Eskalationsstufen von Friedrich Glasl
Karte: Konflikt-Simulator (Günter Weber), eigene Zeichnung und eigener Text
Gesehen oder gedacht?
Kamera: „Du kamst um 9:20, das Treffen war um 9.“
Gedanke: „Dir ist meine Zeit egal.“
Fang mit dem an, was eine Kamera aufnehmen würde. Dann sag, was es für dich bedeutet hat – als deine Sicht, nicht als Tatsache.
Modell: Beobachtung vor Bewertung – aus der Gewaltfreien Kommunikation (Marshall Rosenberg)
Karte: Konflikt-Simulator (Günter Weber), eigene Zeichnung und eigener Text
Vier Gifte im Streit
Vorwurf an die Person → benenne das Verhalten und was du brauchst.
Spott → sag, was du fühlst.
Rechtfertigung → übernimm deinen Teil, auch wenn es nur 10 % sind.
Mauern → sag „Ich brauche 20 Minuten“ und komm zurück.
Modell: nach der Forschung von John Gottman
Karte: Konflikt-Simulator (Günter Weber), eigene Zeichnung und eigener Text
Erst fragen, dann sagen
Bevor du dein Argument bringst, fass die andere Seite zusammen: „Für dich ist das Problem also …, richtig?“
Wer sich verstanden fühlt, hört besser zu. Einmal gut gespiegelt wiegt mehr als drei Argumente.
Modell: aktives Zuhören – nach Carl Rogers und Thomas Gordon
Karte: Konflikt-Simulator (Günter Weber), eigene Zeichnung und eigener Text
Was du willst – und wozu
Ihr wollt beide die Orange. Sie braucht die Schale für einen Kuchen, er will den Saft.
Frag: „Warum ist dir das wichtig?“ Hinter gegensätzlichen Positionen stecken oft Interessen, die zusammenpassen.
Modell: nach Roger Fisher und William Ury (Harvard Negotiation Project)
Karte: Konflikt-Simulator (Günter Weber), eigene Zeichnung und eigener Text
Eine Bitte, zu der man Ja sagen kann
„Sei zuverlässiger“ ist ein Wunsch. „Schreibst du mir bis 18 Uhr, wenn es später wird?“ ist eine Bitte: konkret, machbar, positiv, mit Zeitpunkt.
Und eine echte Bitte erlaubt ein Nein – dann redet ihr darüber, was sonst gehen könnte.
Modell: nach Marshall Rosenberg (Gewaltfreie Kommunikation) und Marsha Linehan (DBT)
Karte: Konflikt-Simulator (Günter Weber), eigene Zeichnung und eigener Text
Wenn …, dann sag ich …
Nimm den Satz, vor dem du dich am meisten fürchtest („Du übertreibst“). Leg dir eine ruhige Antwort zurecht: „Vielleicht. Mir ist es trotzdem wichtig.“
Pläne nach dem Muster „Wenn …, dann …“ helfen nachweislich, unter Druck bei sich zu bleiben.
Modell: Wenn-dann-Pläne nach Peter Gollwitzer
Karte: Konflikt-Simulator (Günter Weber), eigene Zeichnung und eigener Text
Was in deiner Hand liegt
Was die andere Person sagt oder tut, liegt nicht in deiner Hand. Dein Urteil darüber und dein nächster Satz schon.
Dein Gefühl kommt aus deinem Bedürfnis; die andere Person ist der Auslöser, nicht die Ursache. Wer seinen Zug ändert, ändert die Schleife.
Das gilt für schwierige Menschen, nicht für Misshandlung: Eine Grenze bleibt eine Grenze.
Modell: nach Epiktet, Viktor Frankl, Albert Ellis, Paul Watzlawick und Marshall Rosenberg
Karte: Konflikt-Simulator (Günter Weber), eigene Zeichnung und eigener Text