Kommunikation ist kein Problem, das man löst, sondern eine Beziehung, die man gestaltet.

Alle Regeln

Jeder Hinweis hat eine Regel, und jede Regel steht hier. Die Liste wird beim Bau der Seite aus demselben Regelwerk erzeugt, das deine Sätze prüft — sie kann also nicht veralten.

44 Regeln in dieser Sprache

Jede Regel gehört zu einer Gruppe mit einem Grund und einer Herkunft. Die Gewichte: „Führt in die Verteidigung“ verletzt die Doktrin der Ebene; „Kostet Wirkung“ trägt noch, aber schwächer; „Hinweis“ ist ein Angebot. Umgeschrieben wird nur, wo der Satzbau das sicher zulässt — alles andere wird gefragt, nicht geraten.

Verallgemeinerungen

Führt in die Verteidigung Ebene: Anlass

Hintergrund: Denkfallen (Kognitive Verhaltenstherapie): Übergeneralisierung · mehr

Warum das zählt: Verallgemeinerungen sind nicht überprüfbar und laden zum Gegenbeweis ein. Ein einziges Gegenbeispiel ("letzte Woche war ich pünktlich") kippt das ganze Gespräch auf die Sachfrage, ob "immer" stimmt — statt auf den Anlass, um den es dir geht.

  • „…“ ist eine Verallgemeinerung.

    Woran hast du es zuletzt konkret gemerkt? Nenne den einen Anlass.

    Löst aus bei: immer · stets · andauernd · permanent · ununterbrochen · laufend

    Beispielsatz: „Du kommst immer zu spät“

    gen-immer
  • „…“ ist eine Verallgemeinerung.

    Gab es eine konkrete Situation, in der es dir gefehlt hat? Beschreibe die.

    Löst aus bei: nie · niemals · kein einziges Mal

    Beispielsatz: „Du hörst mir nie zu“

    gen-nie
  • „…“ behauptet ein Muster statt eines Vorfalls.

    Welcher einzelne Vorfall steht für dich stellvertretend? Den nimm.

    Löst aus bei: ständig · staendig · dauernd · jedes Mal · jedesmal

    Beispielsatz: „Du unterbrichst mich ständig“

    gen-staendig
  • „…“ ruft die Vorgeschichte auf, nicht den Anlass.

    Lass die Vorgeschichte für den Einstieg weg. Was ist diesmal passiert?

    Löst aus bei: schon wieder · wieder mal · mal wieder · typisch

    Beispielsatz: „Schon wieder nichts gesagt“

    gen-wieder

Zuschreibungen

Führt in die Verteidigung Ebene: Anlass

Hintergrund: Marshall B. Rosenberg: beobachten statt bewerten · mehr

Warum das zählt: Eigenschaftswörter beschreiben nicht das Verhalten, sondern die Person. Die Gegenseite kann sich gegen ein Verhalten nicht wehren, das sie nicht genannt bekommt — sie wehrt sich stattdessen gegen das Etikett. Damit verhandelt ihr über ihren Charakter statt über die Sache.

  • „…“ bewertet die Person statt das Verhalten.

    Welches Verhalten hat zu dieser Einschätzung geführt?

    Löst aus bei: unzuverlässig · unzuverlaessig · nachlässig · nachlaessig · schlampig · schludrig

    Beispielsatz: „Du bist unzuverlässig“

    Vorschläge: die Zusage von Dienstag wurde nicht eingehalten · die Abgabe kam zwei Tage nach dem vereinbarten Termin · auf meine Nachfrage kam bis heute keine Antwort

    attr-zuverlaessigkeit
  • „…“ ist eine Bewertung, kein beobachtbares Verhalten.

    Was genau wurde gesagt oder getan?

    Löst aus bei: respektlos · herablassend · arrogant · überheblich · ueberheblich · von oben herab

    Beispielsatz: „Das ist respektlos“

    Vorschläge: ich wurde in der Besprechung zweimal unterbrochen · mein Vorschlag wurde ohne Rückfrage übergangen · die Antwort kam vor versammelter Runde

    attr-respekt
  • „…“ schreibt der Person ein Motiv zu.

    Welche Handlung hat dich das denken lassen?

    Löst aus bei: egoistisch · rücksichtslos · ruecksichtslos · selbstsüchtig · selbstsuechtig · ichbezogen

    Beispielsatz: „Das ist egoistisch“

    Vorschläge: der Termin wurde ohne Absprache verlegt · die Entscheidung fiel, bevor ich gefragt wurde

    attr-egoismus
  • „…“ greift die Fähigkeit an, nicht den Vorgang.

    Welcher konkrete Vorgang ist schiefgelaufen?

    Löst aus bei: unfähig · unfaehig · inkompetent · unprofessionell · chaotisch · planlos

    Beispielsatz: „Total unprofessionell“

    Vorschläge: in der Auswertung fehlten drei der fünf Positionen · die Unterlagen kamen ohne die vereinbarte Zusammenfassung

    attr-kompetenz
  • „…“ ist ein Urteil über die Haltung.

    Woran war das für dich sichtbar?

    Löst aus bei: faul · bequem · gleichgültig · gleichgueltig · ignorant · desinteressiert · illoyal · unfair

    Beispielsatz: „Du bist einfach faul“

    attr-haltung

Gedankenlesen

Führt in die Verteidigung Ebene: Anlass

Hintergrund: Denkfallen (Kognitive Verhaltenstherapie): Gedankenlesen · mehr

Warum das zählt: Absichten sind nicht beobachtbar. Wer der Gegenseite ein Motiv unterstellt, bekommt fast zwangsläufig eine Rechtfertigung zurück — und das Gespräch dreht sich ab dann um die Absicht statt um die Wirkung.

  • „…“ unterstellt eine Absicht.

    Die Absicht kannst du nicht wissen. Was war beobachtbar?

    Löst aus bei: absichtlich · mit Absicht · extra · bewusst · mit voller Absicht · vorsätzlich · vorsaetzlich

    Beispielsatz: „Du hast das absichtlich gemacht“

    mind-absicht
  • „…“ ist eine Annahme über das Innenleben der anderen Person.

    Was du wahrnehmen kannst, ist das Verhalten. Welches war es?

    Löst aus bei: ist dir egal · interessiert dich nicht · kümmert dich nicht · kuemmert dich nicht · scheint dich nicht zu stören

    Beispielsatz: „Es ist dir egal wie es mir geht“

    mind-egal
  • „…“ legt der anderen Person eine Absicht in den Mund.

    Beschreibe stattdessen, was passiert ist — die Wirkung kommt im nächsten Schritt.

    Löst aus bei: du willst mich · du wolltest mich · du versuchst mich · du denkst wohl · du hältst mich für · du haeltst mich fuer

    Beispielsatz: „Du willst mich provozieren“

    mind-du-willst

Zuspitzungen

Führt in die Verteidigung Ebene: Anlass

Hintergrund: John Gottman: Verachtung; Friedrich Glasl: Eskalationsstufen · mehr

Warum das zählt: Herabsetzungen beenden das Gespräch, bevor es beginnt. Sie sind der einzige Fall, in dem der Simulator nicht umformuliert, sondern abrät.

  • „…“ ist eine Herabsetzung.

    Herabsetzungen führen in die Verteidigung. Was ist die Tatsache darunter?

    Löst aus bei: lächerlich · laecherlich · peinlich · erbärmlich · erbaermlich · dreist · frech · unverschämt · unverschaemt · unverschämtheit · unverschaemtheit · frechheit

    Beispielsatz: „Das ist ja lächerlich“

    esc-abwertung
  • „…“ ist eine Ankündigung, kein Anlass.

    Das gehört in die Bitte, nicht in den Anlass. Was ist konkret vorgefallen?

    Löst aus bei: ich lasse mir das nicht · das lasse ich mir nicht · nicht mit mir · reicht mir jetzt

    Beispielsatz: „Das lasse ich mir nicht gefallen“

    esc-nie-wieder

Abschwächungen

Hinweis Ebene: Anlass

Hintergrund: Selbstsicherheitstraining: klar benennen, was war

Warum das zählt: Weichmacher im Anlass lassen offen, ob überhaupt etwas vorgefallen ist. Die Gegenseite kann dann bestreiten, dass es ein Thema gibt.

  • „…“ schwächt die Tatsache ab.

    Der Anlass darf klar stehen. Streich den Weichmacher.

    Löst aus bei: vielleicht · eventuell · irgendwie · so ein bisschen · ein wenig · womöglich · womoeglich

    Beispielsatz: „Du hast vielleicht was vergessen“

    hedge-vielleicht

Ja, aber

Hinweis Ebene: Alle Ebenen

Hintergrund: Stone, Patton & Heen: „und“ statt „aber“

Warum das zählt: Nach einer Anerkennung nimmt „aber“ sie wieder zurück. Gehört wird nur noch, was danach kommt, und die Anerkennung klingt wie ein Anlauf. Mit „und“ stehen beide Hälften: Deine Sicht zählt, meine auch.

  • Nach einer Anerkennung nimmt „aber“ sie wieder zurück.

    Versuch es mit „und“: „Ich weiß, du hattest viel zu tun, und die Zuarbeit war für Donnerstag vereinbart.“

    Beispielsatz: „Ich weiß, du hattest viel zu tun, aber die Zuarbeit kam erst am Freitag.“

    but-after-ack

Warum-Fragen

Hinweis Ebene: Alle Ebenen

Hintergrund: Thomas Gordon und Motivierende Gesprächsführung: offen fragen (Praxiswissen)

Warum das zählt: Eine Warum-Frage verlangt eine Rechtfertigung. Die andere Person sucht dann nach Gründen, die sie verteidigen kann, statt zu erzählen, was los war. „Was ist passiert?“ fragt dasselbe und lädt zum Erzählen ein.

  • „…“ verlangt eine Rechtfertigung.

    Frag lieber: „Was ist passiert?“ oder „Wie kam es dazu?“

    Beispielsatz: „Warum hast du nicht Bescheid gesagt?“

    why-du

Entschuldigungen fürs Fragen

Hinweis Ebene: Alle Ebenen

Hintergrund: Selbstsicherheitstraining: um etwas bitten, ohne sich dafür zu entschuldigen

Warum das zählt: Wer sich dafür entschuldigt, dass er überhaupt etwas anspricht, sagt gleich mit, dass sein Anliegen eigentlich nicht zählt. Du darfst fragen. Eine Entschuldigung für das, was du getan hast, ist etwas anderes — die bleibt.

  • „…“ entschuldigt sich für das Anliegen selbst.

    Du darfst fragen. Lass die Entschuldigung weg und sag, worum es geht.

    Beispielsatz: „Sorry, dass ich dich damit nerve, aber die Liste fehlt noch.“

    apology-for-asking

Per „man“ statt per „ich“

Hinweis Ebene: Alle Ebenen

Hintergrund: Ruth Cohn: per „ich“ sprechen · mehr

Warum das zählt: „Alle finden das“ holt Verstärkung, die nicht im Raum ist. Die andere Person kann mit einer unsichtbaren Mehrheit nicht reden — nur mit dir. Und dein eigener Eindruck reicht als Grund für das Gespräch.

  • „…“ spricht für andere statt für dich.

    Sag „ich“: Was hast du gesehen, was ist dir wichtig?

    Beispielsatz: „Alle finden, dass das so nicht geht.“

    speak-everyone

Verachtungsmarker

Kostet Wirkung Ebene: Alle Ebenen

Hintergrund: John Gottman: Verachtung · mehr

Warum das zählt: Spott und Augenrollen kommen schneller an als jedes Argument — als Herabsetzung. Von allen Mustern, die Gespräche kippen lassen, ist Verachtung das, auf das die andere Seite am heftigsten reagiert.

  • „…“ wird als Spott gehört.

    Sag ohne Ironie, was passiert ist. Spott führt in die Verteidigung.

    Beispielsatz: „Na toll, die Liste fehlt wieder.“

    contempt-markers

Monolog

Hinweis Ebene: Alle Ebenen

Hintergrund: Thomas Gordon: sprechen und zuhören im Wechsel

Warum das zählt: Ein langer Absatz ist eine Rede, kein Gesprächsbeginn. Je mehr in einem Zug kommt, desto mehr Stellen hat die andere Person, an denen sie einhaken kann — und desto weniger hört sie das Wichtigste.

  • … Wörter in einem Zug — das ist schon eine kleine Rede.

    Sag eine Sache, dann hör zu. Welcher eine Satz muss hier stehen?

    Prüft die Länge: mehr als 45 Wörter

    Beispielsatz: „Am Dienstag war die Zuarbeit für zwölf Uhr vereinbart, und ich habe den ganzen Vormittag darauf gewartet, dann habe ich nachgefragt, dann kam keine Antwort, dann habe ich den Kunden vertröstet, und am Freitag kam die Datei endlich, aber da war der Termin schon verschoben und die halbe Woche war weg und ich musste alles neu planen.“

    monologue-long

Du-Botschaften

Führt in die Verteidigung Ebene: Wirkung

Hintergrund: Thomas Gordon, Ich-Botschaften · mehr

Warum das zählt: "Du machst mich wütend" macht die andere Person zur Ursache deines Gefühls. Das ist sachlich angreifbar (sie hat nichts "gemacht", du hast reagiert) und erzeugt Gegenwehr. Die Ich-Form behauptet weniger und trägt weiter.

  • „…“ macht die andere Person zur Ursache deines Gefühls.

    Die Reaktion ist deine. Formuliere sie in der Ich-Form.

    Beispielsatz: „Du machst mich wütend“

    Wird umgeschrieben, wo der Satzbau es erlaubt

    you-machst-mich
  • „…“ schreibt der anderen Person die Wirkung zu.

    Beschreibe, wie es bei dir angekommen ist.

    Beispielsatz: „Du hast mich übergangen“

    Wird umgeschrieben, wo der Satzbau es erlaubt

    you-hast-mich
  • „…“ benennt eine Schuldfrage.

    Lass die Ursachenzuweisung weg und beginne bei dir: „Ich bin …“

    Löst aus bei: wegen dir · deinetwegen · durch dich

    Beispielsatz: „Wegen dir bin ich unruhig“

    you-wegen-dir
  • „…“ stellt dich als fremdgesteuert dar.

    Was löst es bei dir aus? Formuliere es als eigene Reaktion.

    Löst aus bei: du bringst mich · du treibst mich · du zwingst mich

    Beispielsatz: „Du bringst mich zur Weißglut“

    you-bringst-mich

Pseudo-Ich-Botschaften

Kostet Wirkung Ebene: Wirkung

Hintergrund: Thomas Gordon, Ich-Botschaften; Ruth Cohn: „ich“ statt „man“ · mehr

Warum das zählt: "Ich habe das Gefühl, dass du mich nicht ernst nimmst" beginnt mit "ich", ist aber eine Aussage über die andere Person. Die Ich-Form allein macht noch keine Ich-Botschaft — entscheidend ist, worüber der Satz redet.

  • „…“ ist eine Bewertung im Ich-Gewand.

    Was fühlst du? Ein Gefühlswort statt eines Urteils über die andere Person.

    Löst aus bei: ich habe das Gefühl, dass du · ich habe das Gefuehl, dass du · ich finde, dass du · ich finde du

    Beispielsatz: „Ich habe das Gefühl, dass du mich übergehst“

    pseudo-gefuehl-dass-du
  • „…“ verallgemeinert dein Empfinden zu einem allgemeinen.

    Sag „ich“. Deine Wirkung ist der Punkt, nicht die allgemeine.

    Löst aus bei: man fühlt sich · man wird da · da fühlt man sich · man kann sich

    Beispielsatz: „Da fühlt man sich übergangen“

    pseudo-man

Deutungen statt Gefühle

Hinweis Ebene: Wirkung

Hintergrund: Marshall B. Rosenberg: Gefühl oder Deutung · mehr

Warum das zählt: „Ich fühle mich übergangen“ ist nicht falsch — es sagt nur mehr über die andere Person als über dich: was du denkst, dass sie getan hat. Das Gefühl darunter (gekränkt, traurig, wütend) ist schwerer zu bestreiten und leichter zu hören. Beides darf stehen bleiben.

  • „…“ — das sagt, was du denkst, dass die andere Person getan hat.

    Was fühlst du darunter — gekränkt, traurig, wütend?

    Beispielsatz: „Ich fühle mich übergangen.“

    faux-fuehle-mich

Schuldrahmen

Kostet Wirkung Ebene: Wirkung

Hintergrund: John Gottman: sanfter Gesprächseinstieg · mehr

Warum das zählt: Wer die Wirkung als Vorwurf verpackt, bekommt eine Rechtfertigung zurück statt Verständnis. Die Wirkungs-Ebene ist die verletzlichste Stelle des Gesprächs; ein Vorwurf hier kostet am meisten.

  • „…“ hängt der Wirkung einen Vorwurf an.

    Die Wirkung wirkt für sich. Streich die Vorgeschichte.

    Löst aus bei: schon wieder · wieder einmal · immer noch nicht · nach all der Zeit

    Beispielsatz: „Ich bin schon wieder enttäuscht“

    blame-immer-noch
  • „…“ macht aus deinem Empfinden eine Erwartung an die andere Person.

    Bleib bei dir: Was hat es mit dir gemacht?

    Löst aus bei: das musst du doch · das müsstest du wissen · muesstest du wissen · jeder würde · jeder wuerde

    Beispielsatz: „Das musst du doch merken“

    blame-musst-wissen

Fehlendes Gefühl

Kostet Wirkung Ebene: Wirkung

Hintergrund: Thomas Gordon, Ich-Botschaften · mehr

Warum das zählt: Ohne benanntes Gefühl bleibt die Wirkungs-Ebene abstrakt und die Gegenseite kann nichts damit anfangen. Ein Gefühlswort ist der eigentliche Inhalt dieses Schritts.

  • Hier steht noch kein Gefühl.

    Welches Gefühl war da? Ein Wort genügt.

    Prüft, ob etwas fehlt

    Beispielsatz: „Das war nicht in Ordnung“

    feel-missing

Verneinte Bitten

Kostet Wirkung Ebene: Bitte

Hintergrund: Marshall B. Rosenberg: positive Handlungssprache

Warum das zählt: Eine Bitte, die nur sagt was aufhören soll, lässt offen was stattdessen geschehen soll. Die Gegenseite weiß danach, was sie falsch macht, aber nicht, was richtig wäre — und du hast nichts, woran du Erfolg erkennst.

  • „…“ sagt, was enden soll — nicht, was beginnen soll.

    Was soll die andere Person stattdessen tun?

    Löst aus bei: hör auf · hoer auf · lass das · lass es · unterlass · hör bitte auf

    Beispielsatz: „Hör auf mich zu unterbrechen“

    neg-hoer-auf
  • „…“ beschreibt die Abwesenheit von Verhalten.

    Formuliere die Bitte positiv: Was wünschst du dir konkret?

    Beispielsatz: „Mach das nicht mehr“

    neg-nicht-mehr
  • „…“ verlangt eine Unterlassung.

    Beschreibe das gewünschte Verhalten statt des unerwünschten.

    Löst aus bei: damit aufhören · damit aufhoeren · abstellen · einstellen

    Beispielsatz: „Du sollst damit aufhören“

    neg-aufhoeren-zu

Vage Bitten

Kostet Wirkung Ebene: Bitte

Hintergrund: Marshall B. Rosenberg: konkrete, überprüfbare Bitte

Warum das zählt: "Mehr Respekt" ist keine Bitte, sondern eine Haltungsnote. Niemand kann sie erfüllen, und niemand kann prüfen, ob sie erfüllt wurde. Die Bitte muss ein Verhalten benennen, das man sehen oder hören kann.

  • „…“ ist nicht überprüfbar.

    Woran würdest du merken, dass es passiert ist? Das ist die Bitte.

    Löst aus bei: mehr Respekt · mehr Rücksicht · mehr Ruecksicht · mehr Verständnis · mehr Verstaendnis · mehr Mühe · mehr Muehe · mehr Einsatz

    Beispielsatz: „Ich will mehr Respekt“

    Vorschläge: mich ausreden zu lassen, bevor du antwortest · mir bis Freitag eine kurze Rückmeldung zu geben · vor der Zusage einmal nachzufragen, ob es passt

    vague-mehr-x
  • „…“ verlangt eine Person, kein Verhalten.

    Welches einzelne Verhalten soll sich ändern?

    Löst aus bei: dich ändern · dich aendern · anders werden · besser werden · dich zusammenreißen · dich zusammenreissen · reiß dich zusammen · reiss dich zusammen · dir Mühe geben

    Beispielsatz: „Du musst dich ändern“

    vague-aendern
  • „…“ bleibt unbestimmt.

    Nenne den konkreten Anlass, bei dem es das nächste Mal gelten soll.

    Löst aus bei: irgendwie · generell · grundsätzlich anders · grundsaetzlich anders · in Zukunft besser

    Beispielsatz: „Mach das irgendwie anders“

    vague-irgendwie

Forderungen

Kostet Wirkung Ebene: Bitte Bei hoher Deutlichkeit nur ein Hinweis

Hintergrund: Marshall B. Rosenberg: Bitte statt Forderung

Warum das zählt: Ein Befehl lässt der Gegenseite keinen Raum für ein Ja aus eigenem Entschluss — und ein erzwungenes Ja hält selten. Bei hoher Risikotoleranz ist die harte Form eine bewusste Entscheidung; dann weist der Simulator nur noch darauf hin.

  • „…“ ist eine Forderung, keine Bitte.

    Willst du das als Forderung stellen? Als Bitte ist die Zustimmung haltbarer.

    Löst aus bei: du musst · du hast zu · ich verlange · ich fordere · gefälligst · gefaelligst

    Beispielsatz: „Du musst das machen“

    dem-du-musst
  • „…“ setzt eine Frist ohne Verhandlung.

    Nenne einen Zeitpunkt, statt Dringlichkeit zu behaupten.

    Löst aus bei: sofort · auf der Stelle · umgehend · unverzüglich · unverzueglich

    Beispielsatz: „Ich will das sofort“

    dem-sofort

Drohungen

Kostet Wirkung Ebene: Bitte Bei hoher Deutlichkeit nur ein Hinweis

Hintergrund: Friedrich Glasl: Drohstrategien als Eskalationsstufe · mehr

Warum das zählt: Eine Drohung erzwingt eine Entscheidung unter Druck. Sie kann legitim sein — wenn du bereit bist, sie einzulösen. Ist sie es nicht, kostet sie beim nächsten Mal deine Glaubwürdigkeit.

  • „…“ ist eine Drohung.

    Bist du bereit, das einzulösen? Wenn nein, lass es weg.

    Löst aus bei: Konsequenzen haben · wird Folgen haben · das wirst du bereuen · dann ist Schluss · dann war es das

    Beispielsatz: „Das wird Konsequenzen haben“

    threat-konsequenzen
  • „…“ knüpft eine Bedingung mit Druck.

    Sag, was du selbst tun wirst — nicht, was der anderen Person blüht.

    Löst aus bei: sonst werde ich · andernfalls werde ich · wenn nicht, dann

    Beispielsatz: „Sonst werde ich kündigen“

    threat-sonst

Auflösende Weichmacher

Hinweis Ebene: Bitte

Hintergrund: Selbstsicherheitstraining: eine Bitte darf klar sein

Warum das zählt: Zu viele Weichmacher lösen die Bitte auf. Die Gegenseite hört ein Angebot statt eines Anliegens und darf es folgenlos überhören.

  • „…“ macht die Bitte unverbindlich.

    Streich den Weichmacher — die Bitte darf klar dastehen.

    Löst aus bei: eigentlich · vielleicht · wenn es geht · wenn's geht · wenn du magst · wäre nett · waere nett · nur mal

    Beispielsatz: „Vielleicht könntest du mal“

    soft-eigentlich
  • „…“ verpackt die Bitte in eine Rückzugsmöglichkeit.

    Sag direkt, worum du bittest.

    Löst aus bei: wäre es möglich · waere es moeglich · könntest du eventuell · koenntest du eventuell · hättest du vielleicht

    Beispielsatz: „Wäre es möglich dass du“

    soft-frage-getarnt

Fehlende Handlung

Kostet Wirkung Ebene: Bitte

Hintergrund: Marshall B. Rosenberg: konkrete, überprüfbare Bitte

Warum das zählt: Eine Bitte braucht eine Handlung. Sätze, die nur einen Zustand beschreiben ("dass es besser läuft"), benennen kein Verhalten, das jemand ausführen könnte.

  • Hier steht noch keine Handlung.

    Was genau soll die andere Person tun? Ein Verb macht die Bitte prüfbar.

    Prüft, ob etwas fehlt

    Beispielsatz: „Ich wünsche mir, dass es besser läuft“

    req-missing-verb